Bei Bremm an der Moselschleife

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Die Inspiration

Wie es immer so ist, man sieht ein Bild/einen Ort auf Insta­gram oder im Web und denkt sich: “Ja coool, da muss ich hin. Und ich will das Foto anders oder vielle­icht doch so?” So ging es mir bei einem Foto, welch­es bei Bremm an der Moselschleife ent­standen ist.

So ging es mir als ich auf einen Beitrag von Michael Bre­itung bei kwerfeldein.de gestoßen bin (Links: https://kwerfeldein.de/2012/11/08/fotopuzzle/; https://www.mibreit-photo.com/).

Ein wirk­lich durch­dacht­es und toll ange­fer­tigtes Bild, das zum Träu­men ein­lädt und den Wun­sch ver­mit­telt, genau in diesem Moment selb­st dort ste­hen zu wollen.

Aber halt für mich doch nur halb per­fekt. Dazu sollte man wis­sen, dass ich dur­chaus Pho­to­shop ver­wende, aber nicht dazu, ein Wun­schbild zu erstellen. Sprich Blät­ter oder Müll auf der Straße, die störend wirken mache ich weg, wenn ich sie nicht schon händisch vor Ort beseit­igt habe. Aber auf ein Schiff zu warten, um dann mehrere Bilder zusam­men­zuset­zen? Nein! Wenn nicht alles in einem geht, dann halt anders, im Sinne von “Was ist in ein­er Auf­nahme möglich?”.

Das ist genau das was ich möchte und span­nend finde.

Also mach ich mich an die Urlaub­s­pla­nung. Die Som­mer­fe­rien ste­hen vor der Tür, nicht per­fekt, da ich auf die tollen Herb­st­far­ben der Wein­berge verzicht­en muss, aber dadurch ergibt sich auch gle­ich ein Grund wiederzukom­men ;-). Denn ich stelle bei meinen Recherchen fest, dass das Eck tolle High­lights zum Fotografieren bereithält.

Voller Vor­freude beschließe ich im Urlaub direkt vor Ort die Nacht im Auto zu ver­brin­gen, um am Abend vor­ab schon einen entsprechen­den Stan­dort auszusuchen und auch ja nicht eine wertvolle Minute am Mor­gen zu ver­lieren. Am aus­gewählten Park­platz (Cal­mont Moselschleife an der L106; Weg­weis­er: römis­che Grab­stelle) stelle ich fest, dass ich nicht der einzige mit dieser Idee zu sein scheine. Weit­ere vier Fahrzeuge sind schon abgestellt und es ist schon fast 21Uhr, also eher keine Wan­der­er die noch unter­wegs sind. Ich stelle mich inner­lich darauf ein, am Mor­gen bei­de Ell­bo­gen zu brauchen, um meinen Wun­sch­platz vertei­di­gen zu kön­nen. Der Fluch und Segen in Zeit­en des WWW, man find­et tolle Plätze so leicht 🙁

Doch es kommt dann ganz anders…

Nach erfol­gre­ich­er Erkun­dung und Inspek­tion der Gegeben­heit­en am Aus­sicht­spunkt, kehre ich voller Vor­freude zum Park­platz zurück und kuschle mich in meinen Schlaf­sack: “Irgend­wie ist es ganz schön kalt gewor­den und das obwohl es den ganzen Tag über schön warm war. Kommt die Kalt­front doch weit­er als vom Wet­ter­di­enst gedacht? Naja a weng Nebel kann dur­chaus auf dem Foto gut wer­den.” Mit diesen Gedanken schlafe ich ein und am näch­sten Mor­gen etwas frierend wieder auf. 

Der nächste Tag

“Hmmm, ganz schön frisch.” Ich packe meine Aus­rüs­tung und stapfe noch etwas träge los, werde aber mit jedem Schritt schneller. Die Vor­freude treibt mich voran, ich biege ums Eck, trete aus dem Wald und .…

AAARRRRGGHH!!!! Eine absolute Nebel­suppe hängt über dem Tal und ver­schluckt alles!

Im gle­ichen Moment kommt ein weit­er­er Fotograf ums Eck, wir schauen uns an, grüßen uns, zuck­en mit den Achseln und ver­suchen uns unsere Ent­täuschung nicht anmerken zu lassen. Wir schnap­pen unsere Kam­eras und fan­gen etwas lust­los an, das Beste aus der Sit­u­a­tion zu machen. 

Toller Aus­blick, aber anders als gedacht
Sony a7Rii — Zeiss Lox­ia 21mm — 1/15s — f8 — ISO100

Ich merke, wie ich mich am Anfang zu jedem Foto förm­lich zwin­gen muss. Mit der Zeit zeigt sich aber eine ganz andere Fasz­i­na­tion der Sit­u­a­tion als die die ich eigentlich ein­fan­gen wollte. Das Nebelmeer mit den Hügeln als Inseln und dem begin­nen­den Son­nenauf­gang hat eine ganz eigene Stim­mung. Ich fange an zu lächeln und zu genießen.

Den­noch packe ich meine Sachen schließlich ent­täuscht zusam­men. Das wird heute nichts mit meinem Wun­schfo­to. Es ist wind­still und die Sonne steigt unnachgiebig, das Licht wird somit immer härter (schlecht für stim­mungsvolle Bilder). Um halb zehn, wenn der Nebel von der Sonne gefressen wurde, brauch ich nicht mehr da zu sein.

Ich beschließe aber wiederzukommen.

Der zweite Versuch

Zwei Tage später bin ich wieder da. Dies­mal ohne Über­nach­tung vor Ort, dafür aber mit der Gewis­sheit, dass meine Chan­cen gut ste­hen. Keine Kalt­front = kein Nebel über dem Fluss­bett. Ich behalte Recht und baue meine Kam­era auf.

Glück muss man haben. Es taucht ein Schiff auf. Ich ver­suche mein Glück; ein Foto, keine Mon­tage, mal schauen was möglich ist.

Ja das Schiff fährt langsam, aber bei 15 Sekun­den wird es dann doch unscharf, im Orig­i­nal zu dunkel, Licht­spuren der Autos so lala, wie immer in der Land­schafts­fo­tografie große Hel­ligkeit­sun­ter­schiede, keine Zeit für Verlaufsfilter.….hmmm.…ISO hochdrehen? Ich ver­traue auf Sen­sor- und LR-Leis­tung. Bei­de machen in der Nach­bear­beitung einiges möglich. Ich bin zunächst zufrieden. 

Neuer Ver­such: dop­pelte Belich­tungszeit für mehr Lichter­spuren der Autos mit erkauftem Nachteil beim Schiff.

Sony a7Rii — Zeiss Lox­ia 21mm — 30s — f8 — ISO100 

Ich wech­sel den Stan­dort und treibe es auf die Spitze: 2 Minuten Belich­tungszeit. Ich liebe die Lichtspuren…

Sony a7Rii — Zeiss Lox­ia 21mm — 120 — f8 — ISO100 

Die wär­mende Sonne treibt die Nacht­feuchte aus den Wäldern und Wiesen, leichte Nebel­stim­mung in der Ferne kommt auf. Ich drücke ab…und bin froh wieder gekom­men zu sein.

Sony a7Rii — Zeiss Lox­ia 21mm — 1/6s — f11 — ISO100 

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